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"Kommunalpolitik heißt Gestalten"
Wolfgang Schuster auf Kreisparteitag zum Landratskandidaten der SPD nominiert
Landrat Dr. Karl Ihmels überreicht Landratskandidat Wolfgang Schuster ein Schiffssteuerrad
Seit 11. Februar haben die Sozialdemokraten an Lahn und Dill nun einen offiziell nominierten Kandidaten für die Landratswahl Mitte 2006.
Auf dem Kreisparteitag der SPD Lahn-Dill in Wetzlar wurde der Driedorfer Bürgermeister und Vorsitzende der Kreis-SPD, Wolfgang Schuster
mit sensationellen 98% Zustimmung zum Landratskandidaten gewählt. Zuvor hatte Schuster in einer halbstündigen Rede, die immer wieder
von Beifall unterbrochen wurde, seine Vorstellungen für die Arbeit als Landrat dargelegt. Schuster hatte seine Rede unter das Motto
„Kommunalpolitik heißt gestalten“ gestellt und sich dabei besonders den Themenbereichen „Finanzen“, „Arbeit und Wirtschaft“ sowie
„Schule, Familie, Bildung und Demographie“ gewidmet. Zum Thema Finanzen verwies Schuster auf seine Erfolge bei der Konsolidierung
der Finanzen als Driedorfer Bürgermeister. Als er das Amt 1996 übernahm, habe die Gemeinde Driedorf rund 160.000 € Zinsen an die
Banken gezahlt, heute seien es nur noch 59.000 €. „Von den eingesparten Zinsen finanzieren wir heute unser kommunales Jugendzentrum
und bieten zusammen mit dem Caritasverband Hausaufgabenhilfe und Berufshilfe an – anstatt Zinsen zu zahlen helfen wir den Familien in
unserer Gemeinde“, unterstrich der Driedorfer Bürgermeister. Schuster wies zudem darauf hin, das die Pro-Kopf-Verschuldung des Lahn-Dill-
Kreises nach dreißig Jahren mit 760 € nur knapp die Hälfte der Pro-Kopf-Verschuldung ausmache, die die Regierung Koch – und damit
auch hiesigen die CDU-Landtagsabgeordneten Irmer und Reif - allein in sechs Jahre angehäuft habe. Schuster regte in seiner Rede eine
Diskussion über Einsparmöglichkeiten durch den Wegfall einer überflüssigen Verwaltungsebene an. Durch die Zusammenlegung von Kreis
und Regierungsbezirk könnten größeren Summen eingespart werden. Außerdem könnte durch die Rückverlagerung von Aufgaben in die
Gemeinden und Städte eine größere Bürgernähe hergestellt werden.
Für die Zukunft der Wirtschaftsförderung im Lahn-Dill-Kreis möchte Schuster Aufgaben des Kreises verstärkt gemeinsam mit IHK und
Handwerkskammern angehen, auch eine Übertragung von Aufgaben an diese öffentlich-rechtlichen Institutionen sein denkbar. Die Koordination
und Leitung der Wirtschaftsförderung soll nach Schusters Vorstellung als Stabsaufgabe beim Landrat angesiedelt sein. Schuster machte klar,
dass er gegen eine Privatisierung von Krankenhäusern oder des Landeswohlfahrtsverbandes ist, Krankenhäuser seinen Teil der staatlichen
Daseinsvorsorge.
Als zentrales Politikfeld für einen Landrat Schuster bezeichnete der Driedorfer Bürgermeister den Bereich „Schule, Familie, Bildung. Schuster
verwies auf die demographische Entwicklung, die im Lahn-Dill-Kreis zu einem Bevölkerungsrückgang von 7% bis zum Jahre 2020 führen werde.
Zugleich werde es zu dramatischen Umschichtungen bei der Bevölkerungsstruktur kommen, die Altersgruppe der 0 bis 10-jährigen wird z.B.
um 30% abnehmen. Dieser bedrohliche Prozess sei nur durch eine familienfreundliche Politik aufzuhalten. Die demographische Prognose für
Driedorf gehe von eine nahezu gleichbleibenden Bevölkerung aus, dies sei die direkte Folge der gezielt familienfreundlichen Politik, die von
Ihm und seiner Partei in Driedorf seit Jahren gemacht werde, so Schuster. Schuster will als Landrat dafür sorgen, dass der Lahn-Dill-Kreis
im Familienatlas der Bundesregierung von „unauffällig“ auf „familienfreundlich“ hochgestuft wird.
Abschließend kam Schuster noch auf die aktuelle Diskussion um die bedrohlichen rechtsextremistischen Tendenzen in unserem Land. Er
schlug vor, eine Allianz gegen Rechtsradikalismus zu bilden. Diese Allianz soll aus den Städten und Gemeinden, dem Kreis, der Wirtschaft
und dem Land Hessen bestehen und zum Beispiel alljährliche Schulfahrten für das 8. und 9. Schuljahr zu den Gedenkstätten nach Hadamar,
Dachau, und Buchwald durchführen. „Und damit brauchen wir eigentlich nicht bis zur Landratswahl zu warten,“ so Schuster.
Stehender Applaus für die Rede von Wolfgang Schuster
Die Rede wurde vom Parteitag mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Beifall bedacht. „Das war keine Rede eines Bürgermeisters,
das war die Rede eines Landrates“, brachte der hauptamtliche Beigeordnete Roland Wegricht in der anschließenden Aussprache die
Stimmung im Saal auf den Punkt. Schuster wurde mit 120 Ja-Stimmen zum Landratskandidaten der SPD Lahn-Dill gewählt, es gab eine
Nein-Stimme und zwei Enthaltungen.
Kontakt und weitere Informationen:
Stephan Grüger
Pressesprecher
SPD Lahn-Dill
Tel.: 06151 / 970-2026 (d.)
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