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Demokratischer Neubeginn in Wetzlar 1945

Veranstaltung zur Wiedergründung der SPD an Lahn und Dill vor 60 Jahren



Montag, 12. Dezember 2005,
19.30 Uhr

Aula der ehemaligen Lotte-Schule
Obertorstraße 20
35578 Wetzlar

Ablauf

Eröffnung und Begrüßung:
Wolfgang Schuster
Vorsitzender des
SPD-Unterbezirks Lahn-Dill


Demokratischer Neubeginn in Hessen 1945/46
Dr. Walter Mühlhausen
Stellvertretender Geschäftsführer
Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg


1945 – Wetzlar im Aufbruch
Dr. Irene Jung
Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Wetzlar


Eine Zeitzeugin berichtet:
„Wie war es damals in Wetzlar? Was lehrt uns jene Zeit?“
Lucie Kurlbaum-Beyer

Vor 60 Jahren – Frühling unserer Demokratie

Die NS-Terrorherrschaft über Deutschland und viele unserer europäischen Nachbarländer konnte 1944/45 zum Glück durch die alliierten Armeen niedergerungen werden. Dies bescherte den Menschen in den befreiten Gebieten sogleich das Ende der Kampfhandlungen. Vor allem aber wurde dort der Völkermord an den Juden, den Slawen sowie den Sinti und Roma sofort gestoppt. Auch endete die barbarische Verfolgung und Ermordung so vieler anderer Menschen und Personengruppen. Zehntausende NS-Gegner aus sämtlichen politischen Richtungen beispielsweise waren seit 1933 in Gefängnissen, Zuchthäusern und Konzentrationslagern drangsaliert worden. Viele von ihnen hatten ihre Unbeugsamkeit mit dem Leben bezahlt. Viele andere haben bis zum Schluss dem verbrecherischen Regime im Untergrund getrotzt. Aber auch der sonstigen deutschen Bevölkerung bescherte das Kriegsende die Erlösung von den Schrecken des von den Nazis provozierten fürchterlichen Bombenkrieges.

Dem früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ist unbedingt beizupflichten, der vor nunmehr 20 Jahren den 8. Mai 1945 unmissverständlich als Tag der Befreiung bezeichnet hat, als einen Tag, der „uns alle befreit“ habe „von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.

Sofort nach dem Einrücken der US-Truppen wurden im ganzen Land antinazistische Bürgerkomitees und Aufbauausschüsse gebildet, die sämtlich im zuvor gegen das NS-Unrechtsregime geleisteten Widerstand wurzelten. Ebenso setzten unverzüglich die Anstrengungen zur Reorganisation unserer Partei sowie der Gewerkschaften ein. Auch vielen Sozialdemokraten, die vordem Widerstand geleistet hatten, wurden durch die US-Besatzungsmacht entscheidungsrelevante Funktionen übertragen. Schon bald wurden die Parteien und die Gewerkschaften wieder zugelassen. So waren in Wetzlar in dem von der Militärregierung eingesetzten Aufbauausschuß mit Hermann Köllmann, Fritz Becker, August Kegel, Fritz Fischer, Dietrich Sillis, Gustav Locke und Anton Muders eine Reihen von Sozialdemokraten vertreten. Die Genannten und andere wie Lucie Kurlbaum-Beyer waren es auch, die sich, nachdem die Amerikanische Militärregierung am 27. August 1945 die Wiederzulassung von Parteien auf Orts- und Kreisebene erlaubten, um den Aufbau der SPD bemühten. Bereits im September 1945 fand in der Wetzlarer Idingschule ein Treffen zur Wiedergründung der SPD in Stadt und Kreis statt. Bei einer ersten Kundgebung der SPD sprach am 28. Oktober 1945 Willy Knothe als Vertreter der damals noch provisorischen hessischen SPD. Am 11. November 1945 traf sich die Wetzlarer SPD zu ihrer ersten Nachkriegsmitgliederversammlung.

Mit unserer Veranstaltung wollen wir nicht allein eine Rückschau halten auf die vielfältigen politischen und sozialen Probleme jener Zeit. Darüber hinaus gilt es zu prüfen, was wir heute möglicherweise aus den Erfahrungen unserer Parteiveteraninnen und -veteranen während jener schweren Jahre für die Bewältigung unserer aktuellen Aufgaben lernen könnten.

Wolfgang Schuster
Karlheinz Pfaff


Kontakt und weitere Informationen:
Stephan Grüger
Pressesprecher
SPD Lahn-Dill
Tel.: 06151 / 970-2026 (d.)
E-Mail: stegrue@spd-ldk.de



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